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14.01.20 | Welt

Boss: Einmischung von Ex-Papst Benedikt schadet der Kirche

Der frühere Papst Benedikt XVI. hat an seinen Nachfolger Franziskus appelliert, das Eheverbot für Priester nicht zu lockern. (Foto: Pixabay)

Dass sich der ehemalige Papst Benedikt, Joseph Ratzinger, in den Zölibat-Konflikt einmischt, bezeichnet der Liechtensteiner Theologe Günther Boss als Ärgernis: „Papst Benedikt sagte bei seinem Rücktritt, dass er sich komplett zurückziehen werde. Er bewegt sich aber nun in einem Selbstwiderspruch, wenn er doch immer wieder zu aktuellen kirchlichen Fragen, Stellung bezieht." Damit schade Ratzinger der Katholischen Kirche, sagt Boss gegenüber Radio L.

Der frühere Papst Benedikt XVI. appelliert an seinen Nachfolger Franziskus, das Eheverbot für Priester nicht zu lockern. "Ich kann nicht still bleiben", schreibt Benedikt zum Zölibat in einem mit dem erzkonservativen Kardinal Robert Sarah verfassten Buch. Aus dem Werk veröffentlichte die französische Zeitung "Le Figaro" am Sonntag vorab Auszüge. Vatikan-Experten reagierten verblüfft darauf, dass Benedikt öffentlich Stellung zu Angelegenheiten seines Nachfolgers bezieht. 

Benedikt und Kardinal Sarah warnen in dem Buch, dass sich die katholische Kirche nicht von "schlechten Einlassungen, Theatralik, diabolischen Lügen und im Trend liegenden Irrtümern" beeinflussen lassen dürfe, "welche den priesterlichen Zölibat entwerten wollen". Sie warnen auch, dass Priester durch die "ständige Infragestellung" des Zölibats verwirrt würden.

Franziskus prüft derzeit, ob in entlegenen Weltgegenden wie etwa bestimmten Gebieten des Amazonas, in denen es einen Mangel an Priestern gibt, den Geistlichen die Ehe erlaubt werden soll. Es wird erwartet, dass er seinen Entscheid in den kommenden Wochen verkündet. Bei einer Amazonas-Synode im Oktober in Rom hatten Bischöfe den Papst aufgerufen, in der Amazonasregion das Priesteramt für verheiratete Männer zu öffnen.